Was ist abstrakte Malerei? Was bedeutet Dekalkomanie?

Was ist abstrakte Malerei? Was bedeutet DekalkomanieDie abstrakte Malerei ist eine sehr vielfältige Kunstform mit vielen Stilrichtungen, die auf die Abbildung von Gegenständen, Personen oder Landschaften fast völlig verzichtet. Sie bildet nicht die konkrete, sichtbare Wirklichkeit, sondern abstrakte oder abstrahierte Bewegung, Form, Farbe, Strukturen, Muster ab. Die reine Komposition rückt dabei in den Vordergrund der künstlerischen Arbeit.

Abstrakte Malerei wird auch als absolute Kunst oder gegenstandsfreie Kunst bezeichnet. Sie versucht, innere Wirklichkeit, das Wesen von Phänomenen abzubilden

Einordnung in die Kunstgeschichte

Die ersten abstrakten Bilder entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Stil, der zunächst in der Malerei seinen Anfang nahm, wurde in der Folge auch in die Plastik und andere Kunstbereiche übernommen. Ein abstraktes Kunstwerk kann Dingliches in Ansätzen und in stark abgewandelter Form noch erkennen lassen oder auch völlig aus Formen und Farben gebildet sein. Verwandt ist das Ornament, das als Design schon viel länger existiert.

Ausgehend von der abbildenden Malerei kann mit Aufkommen der Fotografie eine Tendenz festgestellt werden, sich mehr mit dem Medium Malerei selbst, und mit den Ideen, den Strukturen und der Morphologie der Welt auseinanderzusetzen als mit ihren visuellen Oberflächen.

Dekalkomanie das AbklatschverfahrenIm Malerei-Richtungen wie Kubismus, Pointilismus, Impressionismus oder Expressionismus finden sich erste abstrakte Tendenzen. Verschiedene Richtungen abstrakter Malerei mit unterschiedlichen Zielsetzungen sind abstrakter Expressionismus, Tachismus, Informel, Action Painting, Konstruktivismus, Suprematismus, Minimal Art. Im Laufe dieser Entwicklung veränderte sich auch der Begriff der Harmonie in der Malerei wesentlich.

Auf die abstrakte Malerei reagierte später u. a. die Konzeptkunst, die nicht mehr künstlerisch das abstrakte Wesen der Dinge abbildete (Tafelbild), sondern mit den Dingen selber Netze von Bedeutungen und Kontexten spannt, und sich dabei z. B. auf das Arrangement von vorgefundenen Objekten als Rauminstallation, oder auch auf reine Worte (Marcel Broodthaers) verlegte. Auch die Pop-Art stellte eine Reaktion auf die abstrakte Malerei dar.

In den Jahren von 1931 bis 1937 war die Künstlervereinigung Abstraction-Création in Paris geistiges und organisatorisches Zentrum und Sammelpunkt für die Anliegen der Vertreter der Abstrakten Malerei. Die inhaltliche und öffentlichkeitswirksame Arbeit von „Abstraction-Création“ und ihre Ausstellungen trugen erheblich zur Steigerung der gesellschaftlichen Anerkennung der abstrakten Kunst bei.

In der zeitgenössischen Malerei mischen sich oft Elemente abstrakter und darstellender Malerei. Im Comic (Manga) standen von jeher abstrakte Linien und Formen für Geschwindigkeit oder andere, abstrakte Phänomene. Abstrakte Bildelemente finden sich heute in den Massenmedien wie auch als Design auf Gebrauchsgegenständen.

abstrakte Kunst aus Düsseldorf von Dirk Jakobs Acryl auf Leinwand gemalt Kunst trifft InnovationKunstbegriff

Aufgrund der Ablehnung gegenständlicher Abbildung stießen abstrakte Tendenzen zunächst häufig auf Unverständnis. Der herkömmliche Kunstbegriff forderte Wiedererkennbares, Abbildung der klassischen Sujets auf den Leinwänden. Abstrakte Malerei wurde teils als Schmiererei diffamiert, es wurde behauptet, dass keine große Begabung zu ihrer Erstellung notwendig sei, was zum Teil auch stimmte: Künstler wie Jackson Pollock oder Richtungen wie der Tachismus wollen absichtlich die bewusste Einflussnahme des Künstlers zurücknehmen, Bilder sollen als spontane expressive und unbewusste Äußerungen verstanden werden, die somit grundsätzlich von jedem ausgeführt werden könnten. Ebenso ist das schwarze Quadrat von Malewitsch aufgrund seiner simplen Struktur von Jedem nachvollziehbar. Entscheidend war hier aber die künstlerische Entscheidung, Ausdrucksmittel auf ihre minimale Variante zu beschränken. Entgegen einem manchmal verbreiteten Eindruck ist gelungene abstrakte Malerei oft Ausweis höchster malerischer Fähigkeiten.
 

abstrakte Kunst aus Düsseldorf von Dirk Jakobs Acryl auf Leinwand gemalt Kunst trifft InnovationDekalkomanie

Dekalkomanie (von französisch décalcomanie = Abziehbild) ist ein Abklatschverfahren, bei dem ein Papierbogen oder eine Leinwand auf ein mit Farbe bestrichenes Gegenstück gelegt/gedrückt und dann wieder abgezogen wird. Die Methode geht auf den spanischen Maler Oscar Dominguez zurück, der in Paris lebte und sich 1935 dem Surrealismus anschloss. Dominguez interpretierte die so entstandenen Marmorierungen vielfach als imaginäre Landschaften. Während sich sein Freund André Breton zumeist damit begnügte, den Farbabklatsch mit einem Titel zu versehen, verstärkte Max Ernst, der gleichfalls in der Weise experimentierte, die von ihm subjektiv wahrgenommenen und interpretierten "Bilder" durch Malereien, damit sie allgemein verständlich wurden.

 

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